Praxisnahe Ausbildung mit sozialpädagogischer Unterstützung
In den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelte die Bundesregierung ein neues Modell im Bereich der Fachkräfteausbildung für Menschen mit Behinderungen: die Berufsbildungswerke. Sie kombinierten erstmals eine praxisnahe Ausbildung in Werkstätten und Betrieben mit individueller spezifischer sowie sozialpädagogischer Unterstützung. Die ersten Einrichtungen entstanden in en frühen 1970er Jahren und legten damit den Grundstein für ein bundesweites Netzwerk. So entstand 1976 auch das Berufsbildungswerk (BBW) in Stuttgart in Trägerschaft der Nikolauspflege – ein Berufsbildungswerk, das durch sein spezifisches berufliches Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen neue Chancen der beruflichen Teilhabe bieten konnte.
50 Jahre BBW Stuttgart
Das ist nun fünf Jahrzehnte her. In dieser Zeit haben wir vielen jungen Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit die Chance auf Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe eröffnet. Die meisten von ihnen kommen aus Süddeutschland, viele auch aus anderen Teilen des Bundesgebietes. Im BBW Stuttgart finden sie ein Zuhause auf Zeit, schließen Freundschaften und gehen wichtige Schritte in ein selbstständiges Leben.
Unsere ehemaligen Auszubildenden bringen als Fachkräfte ihre Kompetenzen in ganz unterschiedlichen Branchen ein. In Unternehmen der freien Wirtschaft, in öffentlichen Einrichtungen und Behörden, in sozialen Organisationen – mitunter auch als geschätzte Mitarbeitende an der Nikolauspflege selbst. Jede Biografie erzählt ihre eigene Geschichte. Gemeinsam prägen sie das, was das BBW Stuttgart seit 50 Jahren ausmacht: einen Ort, der nicht nur durch seine spezifischen, auf die individuellen Bedarfe abgestimmten Bildungsangebote, sondern auch durch seine stärkende Atmosphäre wirkt und den Teilnehmenden die Entwicklung, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit bei gleichberechtigter sozialer und beruflicher Teilhabe ermöglicht. Viele ehemalige Auszubildende verlassen uns nicht nur mit einem Job, sondern auch mit Freundschaften fürs Leben.







